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Physiologische
Hufform
Ein korrekter und gesunder Huf sollte
folgendermaßen
aussehen:

- die
Vorderhufe haben eine Winkelung von annähernd 45° und sind im
Zehenbereich kreisrund
im Grundriss. Die Hinterhufe hingegen sind etwas steiler (etwa
50-55°) und
spitzer. So können die Vorderhufe die eingeleitete Kraft auf eine
große Fläche
verteilen, die Beine können optimal federn. Die Hinterbeine
können ebenfalls
federn und zugleich noch gut schieben, da sich die Hufspitze in den
Boden
eingräbt.
- der Strahl
trägt mit seinem hinteren Drittel mit (weite Trachten und im
Trachtenbereich
möglichst breiter Strahl), um so als Puffer den Stoß zu dämpfen, als Dehnungsfalte den
Hufmechanismus zu ermöglichen
und den Boden abzutasten.
- die
Eckstreben stehen 1 bis 2 mm über Sohlenniveau über
(Rutschbremse) und
verlaufen sich in Höhe der Strahlmitte, tragen aber keinesfalls
mit.
- der Kronrand, von der Seite gesehen, hat im Idealfall
eine
grade Linie mit einer Winkelung von 30° zum Boden. Die Unterkante des
Hufbeins soll annähernd bodenparallel stehen. Das
ergibt
zwischen Kronrand und Zehenwand einen Winkel von 105° am Vorderhuf
und 95° bis
100° am Hinterhuf, wenn Hufbeinvorderkante und Zehenwand parallel
und fest
verbunden sind (gesunder Zustand). Ist dieser Winkel grösser, sind
Zehenwand und Hufbein
nicht mehr
parallel zueinander, sondern es liegt eine Hufbeinseparation (evtl.
auch
Hufbeinrotation) vor.
- der
Höhenabstand vom Ende des seitlichen Hufknorpels bis zum Boden
soll ca. 3 -4 cm
betragen
- der
Tragrand und besonders die Trachten stehen kaum über das Sohlenniveau über, da sonst leicht
ungünstige
Hebelwirkungen auftreten und der Hufmechanismus behindert wird. D.h. relativ kurze Trachten, aber auch relativ kurze Zehe (bei zu kurzer Zehe ist zuwenig Horn unter der Hufbeinspitze, das Pferd geht empfindlich auf hartem Boden und langfristig baut sich die Hufbeinspitze ab, eine zu lange Zehe stört beim Abrollen und wird mit jedem Schritt weggehebelt)
- im
Seitenbereich soll der Tragrand eine leichte Aufwölbung haben
(einige
Millimeter Hohlraum zwischen Tragrand und Boden bei mässiger
Belastung), am
aufgehobenen Huf als “Senke” erkennbar, um die Spreizung der Hornkapsel
zu
unterstützen.
- die Sohle
ist leicht nach innen gewölbt und frei von Unebenheiten (wie eine
Schüssel),
im vorderen Zehenbereich kann sie bis zur Hälfte des
Weges zur
Strahlspitze mittragen, so dass genug Sohlenhorn die empfindliche
Hufbeinspitze
schützen kann. Die Sohlendicke, besonders im Eckstrebenwinkel,
darf den
Hufmechanismus nicht behindern, die Sohle muss also eine gewisse
Flexibilität
haben, um sich bei Belastung abflachen zu können. Eine zu dünne Sohle widerum ist zu instabil. Die individuell erfolderliche Sohlendicke hängt also von diversen Faktoren ab, wie der momentanen Hufform, dem Boden, auf dem das Pferd laufen soll, der Bewegungsmenge usw.
- das
Pferdebein insgesamt soll ab Karpal- bzw. Tarsalgelenk abwärts
eine harmonische
Bogenlinie darstellen und keine Knicke enthalten, so werden die Gelenke
physiologisch belastet und die Fessel kann optimal
federn
Diese Grundsätze gelten prinzipiell
für alle
Pferde, unabhängig von Rasse und
Grösse,
da sich verschiedene Rassen zwar im äußeren
Erscheinungsbild, aber nicht in den
grundlegenden anatomischen Gegebenheiten unterscheiden! Jedoch gibt es natürlich individuelle Unterschiede. Die Tiefe des Sohlengewölbes hängt von der (momentanen) Hufform (d.h. sie kann sich durchaus verändern, wenn der Huf sich verändert, sowohl zum Negativen wie zum Positiven) ab, sowie vom "Huftyp" (rassespezifische Unterschiede). Pferde mit Niederungshufen (grosse, breite, runde "Waldbrandaustreter") haben per se ein weniger tiefes Gewölbe als Pferde mit kleineren harten Hufen wie Araber z.B. Aber auch Niederungshufe können zum Zwanghuf werden und haben dann relativ viel Gewölbe... Wenn wiederum ein Zwanghuf mit viel Gewölbe sich weitet, was ja wünschenswert ist, wird auch das Gewölbe flacher werden. Man muss also auch dies bei der Hufbeurteilung berücksichtigen.
Form und Winkel
eines physiologisch korrekten Hufes, ein Artikel der Zeitschrift
Huf-Rolle
Beispiele für problemlose Barhufe,
ein Artikel der Zeitschrift Huf-Rolle
Beispiel für
korrekte Hufbearbeitung, ein Artikel der Zeitschrift Huf-Rolle
Hufmechanismus
Das Hufbein
ist in der Hornkapsel mittels des Lamellenhorns, am aufgehobenen Huf
sind die
Lamellen als “weiße Linie” sichtbar, aufgehängt und direkt
von der mit Blut
gefüllten Huflederhaut umgeben. Bei angehobenem Huf ist die
Hornkapsel eng, bei
Belastung des Hufes spreizt sich die Kapsel, das Sohlengewölbe
weicht nach
unten aus und das Hufbein sinkt tiefer.

Die Spreizung der Hufkapsel beginnt an der Zehenspitze, nicht erst
nach dem letzten Nagel bzw. hinter der weitesten Stelle des Hufes! Hier ist keinerlei
Strukturänderung im Horn festzustellen, was eine "Scharnierwirkung" erklären könnte. Im Gegenteil, die bei beschlagenen Hufen häufig im Bereich des letzten Nagels auftretenden Kapselbrüche zeigen, dass der Huf "versucht", sich hier zu bewegen, aber vom Hufeisen daran gehindert wird.
Blutpumpe:
bei belastetem Huf und gespreizter Kapsel
hat die
Lederhaut mehr Platz und kann sich voll Blut saugen wie ein Schwamm.
Bei
Entlastung wird die Kapsel wieder eng und drückt das Blut weiter
nach oben ins
Venengeflecht des Hufkronenbereichs (vereinfacht dargestellt).
Diese Hufpumpe ist unerlässlich für die optimale
Nährstoffversorgung des Hufes (und damit für ein gutes
Hornwachstum) und den gesamten Kreislauf.
Stossdämpfung: das
Hufbein federt in seiner Aufhängung, und
durch die Spreizung der Kapsel wird Wuchtenergie in Verformungsenergie
umgewandelt, wobei Wärme frei wird, die wiederum
für die Aufrechterhaltung des Stoffwechsels
wichtig ist und einer Auskühlung des Blutes in den
Extremitäten entgegenwirkt.
Außerdem
fußt das Pferd mit dem Ballen, dem Strahl (den weicheren
Hornregionen) und den
Trachten zuerst auf, um dann über die Seitenwände und die
Zehe, mit der
Unterstützung des Hufknorpels, abzurollen.
Der Huf ist
nur ein Teil des natürlichen Stossdämpfungssystems:
ergänzt wird dies durch die
Federung des Beines insgesamt (Bogenlinie/ Fessel: Gelenkknorpel werden
zusammengedrückt, Sehen und Bänder gedehnt) und die
elastische Schulterblattaufhängung
am Vorderbein: Schulterblatt und Brustkorb sind beim Pferd nicht wie
bei uns
durch Knochen (Schlüsselbein), sondern nur durch Muskeln- und
Sehnengewebe
miteinander verbunden. Ist die Schultermuskulatur allerdings
verkürzt oder
verspannt (wie es heutzutage leider sehr häufig durch
Boxenhaltung,
Bewegungsmangel, fehlerhafte Hufform, unpassende Sättel oder auch reiterliche Einwirkungen
vorkommt) kann dieser Teil der Stossdämpfung nicht mehr richtig
funktionieren!
Anatomie: Bezeichnungen

Achtung: bei einem solchen Längsschnitt durch den Huf ist die Hufbeinunterkante,
die beim gesunden, korrekten Huf bodenparallel ist, nicht sichtbar, da die
Hufbeinunterseite gewölbt ist und die seitlichen Hufbeinäste nicht "im Bild" sind.
Die Hufbeinunterkante ist auf Röntgenbildern oder sorgfältig freipräpariert am
toten Huf erkennbar.
Anatomie: Huflederhaut und Hornproduktion
Das Hufbein (der letzte Knochen der Zehe) ist von der
blutgefüllten, bindegewebigen Lederhaut umgeben, die sich oberhalb
der Hufkapsel am Bein als "normale" Haut fortsetzt. Die Huflederhaut
produziert die Hornkapsel: man unterteilt sie in fünf Bereich oder
Segmente.
Die
Saumlederhaut (ein schmaler Bereich direkt am Übergang von
behaarter Haut zur Kapsel) bildet die weiche Saumschicht, die bei
Wasseraufnahme weisslich aufquillt. Die Saumschicht verläuft ganz um den
Huf herum und verbreitert sich hinten zur Ballenlederhaut. Sie kann
unterschiedlich weit auf der Hufwand nach unten reichen, was aber
nichts mit ihrer Qualität oder Gesundheit zu tun hat.
Daran
schliesst die Kronlederhaut an, die das Wandhorn bildet. Dieses besteht
(wie das Saumhorn) aus feinen Röhrchen, die Wasser aufnehmen
können (bis zu 20 %), deren Zwischenräume mit
Zwischenröhrchenhorn ausgefüllt sind. Das Wandhorn bildet mit
seiner bodenseitigen Fläche den sogenannten Tragrand und ist das
härteste Horn der Hufkapsel. An den Trachtenecken knickt die Wand
nach innen ein und bildet die Eckstreben, die neben dem Strahl bis zur
Strahlmitte verlaufen.
Die
Wandlederhaut nimmt die größte Fläche ein: sie besteht
aus feinen Lamellen, wodurch eine sehr große Oberfläche
hergestellt wird (ca. 1 m² pro Huf), und überzieht die
vordere und seitlichen Flächen des Hufbeins bzw. der an die
Hufbeinäste ansetzenden seitlichen Hufknorpel. Die Wandlederhaut
produziert (spiegelbildliche) Hornlamellen, mit dieser Konstruktion (auch Hufbeinträger genannt) ist
das Hufbein in der Hufkapsel aufgehängt. Bei einem gesunden Huf
ist diese Aufhängung fest und stabil und die Vorderkante des
Hufbeins ist parallel zur Vorderkante des Hufes. Von unten am
aufgehobenen Huf ist diese "Blättchenschicht" als sogenannte
weisse Linie zu sehen.
Die
Sohlenlederhaut bildet das Sohlenhorn (kann bis zu 33% Wasser
enthalten).
Die
Strahllederhaut bildet das Strahlhorn, das am meisten Wasser aufnehmen
kann (bis 50 %).
Die
Eigenelastizität der Hufkapsel (Hufmechanismus,
Stossdämpfung) wird nur über den Wassergehalt
gewährleistet, d.h. wenn der Huf austrocknet, wird er kleiner (!)
und steinhart. Das kann man gut beobachten, wenn man einmal beim
nächsten Hufpfleger- oder Schmiedebesuch ein Stück
abgeschnittenes Horn aufhebt, es austrocknen lässt, und wieder ins
Wasser legt. Daraus ergibt sich, wie wichtig die tägliche
Wasseraufnahme für den Huf ist, dür die man besonders unter
Haltungsbedingungen sorgen muss (Hufbad im Wasser oder Matsch, z.B. an der Tränke).
Anatomie des Pferdebeins, ein Artikel
aus der Zeitschrift Huf-Rolle
Behandlung von
Huferkrankungen und Korrekturen
Wir behandeln nicht eine
"Krankheit" oder einen "Stellungsfehler",
sondern versuchen immer, durch entsprechendes Ausschneiden und
Beraspeln die Optimalform des Hufes anzustreben (vereinfacht gesagt:
Hufbein bodenparallel, Hufmechanismus funktioniert), bei gleichzeitiger
Behebung der Ursache des Problems (häufig ist die Ursache für
ein Hufproblem schlicht und einfach ein Abweichen von der
physiologischen Hufform und Behinderung des Hufmechanismus). Dabei kann
es je nach Ausgangssituation notwendig sein, diese Korrekturen sehr
häufig vorzunehmen (in Extremfällen mehrmals
wöchentlich), weil der Huf sonst sehr schnell in die alte Form
zurück "fällt". Auch kann es bei Umstellungen und
Formänderungen vorkommen, dass das Horn aufgrund von
vorübergehenden Huflederhautreizungen ungleichmässig
wächst (akute Entzündung bedeutet mehr Wachstum in
häufig schlechterer Hornqualität), und dies mittels
Nachschneiden
ausgeglichen werden muss, damit der Huf in der Form bleibt, in der der
Hufmechanismus am besten funktioniert und die Gewichtsverteilung
gleichmässig ist.
Dabei ist eine gleichmässige Bewegungsmöglichkeit und
tatsächliche Bewegung des Pferdes absolut notwendig, sonst werden
Korrekturen verzögert oder verhindert.
Mit der Optimierung der Haltungsbedingungen, viel Bewegung und der
Wiederherstellung der physiologischen Hufform (Hufmechanismus und
bodenparalleles Hufbein) lassen sich viele Hufprobleme und auch als
schwerwiegend geltende Huferkrankungen heilen oder zumindest deutlich
verbessern! Jedoch ist hierzu oft ein komplettes Umdenken, viel
Mitarbeit und Geduld von Seiten des Pferdebesitzers gefordert, und oft
ist es hilfreich oder sogar notwendig, weitere alternative
Heilmassnahmen zur Unterstützung zu ergreifen.
Grundsätzlich sollte das Ziel der Hufbearbeitung sein, dass die
optimale Hufform (relativ) erhalten wird (häufige
Schneideabstände auch bei problemlosen Hufen bzw. Nacharbeiten
durch den Besitzer), damit die Gewichtsverteilung und der
Hufmechanismus immer gleichmässig sind, und nicht nur die ersten
zwei Wochen nach dem Hufeschneiden. Hier muss man in der
Realität einen sinnvollen Kompromiss finden mit
Berücksichtigung der Hufsituation und den Möglichkeiten des
Besitzers.
Beispiel für
korrekte Hufbearbeitung, ein Artikel der Zeitschrift Huf-Rolle
Hufbeschlag
Mittels eines Hufbeschlags ("orthopädisch"
oder
nicht) wird keine Krankheit geheilt, sondern nur die Symptomatik
("Lahmen" in den meisten Fällen) vermindert oder
vorrübergehend
ausgeschaltet. Dies funktioniert, indem der Beschlag den Hufmechanismus
dahingehend einschränkt, dass die Hufdurchblutung vermindert wird
und
so auch die Nerventätigkeit nicht mehr in normalem Umfang
stattfinden
kann. Das erklärt die oft sofort eintretenden "Erfolge",
wenn ein
lahmendes oder fühlig gehendes Pferd beschlagen wird. Für
eine Heilung
ist jedoch eine sehr gute Durchblutung notwendig, ebenso wie eine gute
Stossdämpfung, und beides wird durch den Hufbeschlag stark
eingeschränkt. Auch die für eine Verbesserung der
Stossdämpfung
entwickelten Gummischeiben/Polster, die zwischen Huf und Eisen
"eingebaut" werden, reichen lange nicht an die natürliche
Stossdämpfungsmöglichkeit des gesunden Barhufes heran. Interessanterweise spricht auch
die veterinär-medizinische
Fachliteratur im Zusammenhang mit
dem Hufbeschlag nicht von "Heilung" einer Erkrankung, sondern von
"Behandlung", mit dem Ziel, das Pferd einsatzfähig (reitbar,
lahmfrei)
zu erhalten.
Viele langfristigen Probleme rühren grade aus dem Beschlag her.
Die
Hornqualität wird schlechter (durch die schlechtere
Hufdurchblutung),
oft entwickeln sich Hornrisse im Bereich des letzten Nagels (weil hier
eben kein "Scharnier" vorhanden ist, das erklären würde, dass
sich der
Hufmechanismus nur hinter dem letzen Nagel abspielt!), die Hufe werden
enger und kleiner (weil keine richtige Spreizung der Kapsel stattfinden kann),
die verminderte Stossdämpfung führt zu Arthrose und
Gelenkproblemen, um
nur einiges zu nennen.
"Orthopädischer" Beschlag verringert
häufig durch seine Konstruktion die Durchblutung noch mehr als
normaler Beschlag und ist oft durch aufgesetzte Stege u.Ä. noch
schwerer.
Die gängisten "Klebeeisen" enthalten zur Stabilisierung einen
Metallbügel, haben also im Wesentlichen ähnliche Wirkungen
wie "normaler" Beschlag.
Kunststoffbeschlag ist auf jeden Fall leicher und in sich nicht so
unelastisch wie Metall, macht aber die Kapselspreizung auch nicht vollständig mit,
sondern behindert diese, da er sonst nicht am Huf halten würde.
nicht korrekte Hufform
Barhuf heisst nicht automatisch gesund! Wenn
die Hufform stark von der physiologischen Form abweicht, können
auch ohne Hufbeschlag die gleichmäßige Belastung des
Hufbeins und der Hufmechanismus behindert werden mit den genannten
Folgen. Vernachlässigung, miserable Haltungsbedingungen, starker
Bewegungsmangel und/oder falsche Hufbearbeitung können auch
einzeln zu katastrophalen Hufsituationen, teilweise leider schon bei
Jungpferden, führen.
Vieles lässt sich mittels einer Wiederherstellung der korrekten
Hufform und Umstellung auf gesunde Haltungsbedingungen wieder beheben,
jedoch kann es natürlich auch irreversible Schäden
geben (beispielsweise starker Hufbeinabbau durch lange dauernde Steilstellung des Hufbeins).
Stellungsfehler
Rückständig (Hufe stehen
nicht mit senkrechtem Röhrbein, sondern weiter
zurückgestellt), rückbiegig (=kniehängig; Karpalgelenk
ist nicht grade, sondern hängt nach vorne über sozusagen)
sind normalerweise nicht angeboren, sondern erworben: sie deuten darauf
hin, dass das Pferd den hinteren Hufbereich entlasten will. Das kann
durch zu hohe und/oder enge Trachten, untergeschobene Trachten oder drückende, hochgebogene
Eckstreben sein.Diese Haltung tritt vorwiegend bei den Vorderhufen
auf.
Vorständige (Hufe stehen
vorgesetzt) Haltung deutet auf eine Entlastung im Zehenbereich hin:
z.B. Hufrehe, Huflederhautentzündung im Zehenbereich, eine zu
lange Zehe (kann an Vorder- und Hinterhufen vorkommen).
Häufig findet man an den Vorderhufen
eine rückständige Stellung, an den Hinterhufen eine
vorständige, damit kompensiert das Pferd die oft vorne
stärkeren Probleme, d.h. es hat hinten vielleicht gar kein
Problem, verhindert aber so ein vornüberkippen (hält das
Gleichgewicht besser).
Bei den klassischen "Stellungsfehlern" wie
zeheneng, zehenweit usw. sollten immer die Hufe differenziert
betrachtet werden: ist das Hufbein bodenparallel und lässt die
Hufform den Hufmechanismus zu, sollte man nicht zu Lasten der (vorher)
korrekten Hufform die Stellung zu korrigieren versuchen. Priorität
hat die Bodenparallelität des Hufbeins, da dann auch die Gelenke
gleichmässig übereinander belastet werden. Viele Pferde
stellen sich oft nicht "korrekt" hin, haben aber korrekte Hufe mit
relativ gleichmässiger Abnutzung. Bei beschlagenen Pferden haben "Stellungsfehler" eine andere Wertigkeit: ein Pferd mit Stellungsfehler verletzt sich durch das entsprechende ungleichmässige Nach-Vorne-Führen der Hufe und Beine (verstärkt noch durch das Gewicht der Hufeisen) leichter selbst durch Streifen, Einhauen etc. (tritt sich mit einem beschlagenen Huf in einen anderen oder an ein anderes Bein). Unbeschlagene Pferde mit einigermassen korrekten Hufen tun das nicht, da sie wissen und fühlen, wo ihre Hufe sind.
Hufschuhe
Heutzutage gibt es ein recht gutes Angebot an
Hufschuhen auf
dem Markt, die man nur zum Reiten oder Fahren anzieht, und
nach der
Arbeit wird das Pferd wieder barfuss auf die Weide entlassen.
Grundsätzlich gilt aber auch
hier: Hufschuhe beseitigen nicht die Ursache für Hufprobleme! Ziel
sollte immer
ein barfuss gehendes Pferd sein, allerdings können Hufschuhe in
der
Umstellungszeit sehr hilfreich sein, oder wenn das Pferde nicht auf den
zu
bewältigenden Boden trainiert ist oder werden kann (weiche Weide,
weicher
Paddock, aber man möchte auf Asphalt Kutsche fahren oder z.B. in
der Eifel Reiturlaub mit dem eigenen Pferd machen)
Das Pferd sollte immer „antrainiert“ werden, d.h.
man fängt mit einigen Minuten Huschuhe anhaben täglich an und
steigert
dies langsam. Besonders die Haut am Ballen muss abgehärtet
werden, da hier
normalerweise weder barfuss noch beschlagen irgendetwas ständig
Kontakt hat.
Die Hufschuhe schränken durch ihre knappe
Passform
vermutlich den Hufmechanismus etwas ein, dies ist aber akzeptabel, da
das Pferd
sie ja nur kurze Zeit anhat.
Die meisten Hufschuhmodelle sind nicht für einen Dauereinsatz
auf der Weide
oder dem Paddock geeignet!
Man sollte nach Möglichkeit Hufschuhe
ausprobieren, bevor
man welche kauft, um zu sehen, mit welchem Modell Reiter und Pferd am
besten
zurecht kommen. Inzwischen bieten dies einige Anbieter als
Service
an. Regelmässig kommen wieder neue Hufschuhmodelle auf den Markt, es lohnt sich also, vorher etwas im Internet zu recherchieren.
www.hufshop.de bietet eine grosse Auswahl an Hufschuhmodellen und sonstigem Zubehör an
www.horsneaker.com
bietet maßgeschneiderte
(maß-gegossene) Hufschuhe in jeder
Größe und Form an. Dies kann
bei sehr ungewöhnlichen Hufformen oder bei sehr kleinen bzw. sehr
großen Hufen
in Frage kommen, wenn die gängigen Modelle nicht passen. Es
handelt sich um eine amerikanische Firma und
die Schuhe
werden dort gefertigt, d.h. man muss leider noch erhebliche Porto- und
Zollkosten einplanen.
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